Aus der Praxis
Steffen Püschel über die Mitarbeiterbefragung mit Sprachantworten bei der DEW21
Aktualisiert am
Der Geschäftsbereich Sales & Operations der DEW21 befragt seine rund 210 Mitarbeitenden seit Ende 2024 mit Dropinion, einer Mitarbeiterbefragung mit Sprachantworten. In zehn Befragungen ist der eNPS von −12 auf +28 gestiegen. Aus den Antworten ist unter anderem der Entscheidungstisch entstanden, an dem übergreifende Entscheidungen unmittelbar geklärt werden. Im Interview erzählt Geschäftsbereichsleiter Steffen Püschel, wie er mit den Ergebnissen arbeitet.
Sales & Operations war der erste Kunde von Dropinion
Sales & Operations ist ein Geschäftsbereich der DEW21, des Energie- und Wasserversorgers in Dortmund. Er hat rund 210 Mitarbeitende in sechs Bereichen mit zusammen 18 Teams. Steffen Püschel leitet den Geschäftsbereich seit 2024. Sales & Operations war der erste Kunde von Dropinion und hat das Produkt mit seinem Feedback mitentwickelt.
- mit Dropinion gestartet
- Ende 2024
- Befragungen bis Oktober 2026
- 10
- Teilnahme je Befragung
- 60 bis 70 %
- eNPS seit der ersten Befragung
- −12 auf +28

„Nicht zu wissen, wie es den Mitarbeitenden geht, wäre so, als würde ich ein Unternehmen ohne Finanzkennzahlen führen.“
Der Geschäftsbereich verbindet den eNPS mit offenen Fragen
Die Befragungen verbinden den eNPS mit einer Reihe offener Fragen. Eine davon lautet: „Wie erlebst du derzeit die Zusammenarbeit mit deinen Schnittstellenbereichen?“ Viele Mitarbeitende sprechen ihre Antworten ein, andere tippen weiterhin. Nach jeder Befragung bekommen alle den Link zu den Ergebnissen ihres Teams. Auf dieser Basis leiten die Führungskräfte mit ihren Teams konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung ab. Wie eine regelmäßige Befragung aufgebaut ist, beschreibt die Seite zur Pulsbefragung.
Aus den Antworten sind der Entscheidungstisch und das Auswärtsspiel entstanden
Ein Thema kam in den Befragungen immer wieder: unklare Rollen und Verantwortlichkeiten bei übergreifenden Entscheidungen. Der Geschäftsbereich hat daraufhin das Format „Entscheidungstisch“ eingeführt, einen Ort, an dem übergreifende Entscheidungen unmittelbar geklärt und Rollen und Verantwortlichkeiten geschärft werden. Im selben Zusammenhang entstand das Auswärtsspiel: drei Tage mit fast dem ganzen Geschäftsbereich zur übergreifenden Zusammenarbeit, durchgeführt mit unserer Partnerfirma Pioneers Partners GmbH. Wie das Auswärtsspiel ablief, zeigt der Fall bei Pioneers Partners. Was Organisationen an den Schnittstellen zwischen Abteilungen tun können, steht auf der Seite Zusammenarbeit zwischen Abteilungen verbessern.
Im Interview erzählt Steffen Püschel, was er über seinen Bereich wissen will, wie er mit den Ergebnissen arbeitet und wo Dropinion an Grenzen stößt.
Was möchten Sie über Ihren Bereich wissen, das Ihnen klassische Befragungen nicht sagen?
„Es geht darum, die Mitarbeitenden wirklich zu fragen, was sie brauchen, was sie wollen, was sie stört und welche Ideen und Impulse sie haben. Das ist der Kern. Ob jemand einen Laptop braucht oder mehr Geld will, kann mir eine klassische Befragung sagen. Das weiß ich aber auch so. Wichtig ist, die wirklichen Themen und Schwerpunkte zu erkennen. Das gelingt mit Dropinion, im Unterschied zu anderen Umfragen.“
Wie arbeiten Sie heute mit Dropinion?
„Wir befragen etwa viermal im Jahr, es könnten auch dreimal sein. Der Takt hängt davon ab, dass wir aus den Ergebnissen auch Maßnahmen ableiten müssen. Die Ergebnisse kann sich bei uns jeder anschauen. Sobald eine Befragung geschlossen ist, bekommt jede und jeder Mitarbeitende den Link zu den Ergebnissen, jeweils für den eigenen Bereich. Die Mitarbeitenden sehen ihr Team, die Führungskraft ebenso ihres. Das ist hierarchisch aufgebaut, und so ist es in Ordnung. Ich sehe alle Ergebnisse und kann überall hineinschauen. Die Maßnahmen leiten wir aber auf Teamebene ab.“
Nennen Sie ein Beispiel, bei dem Sie nach einer Befragung etwas geändert haben.
„Aus den Befragungen kam immer wieder die Rückmeldung, dass wir ein Problem bei Verantwortung und Rollen haben, vor allem beim schnellen Entscheiden. Das jüngste Beispiel: An unserem Entscheidungstisch in Sales & Operations gibt es jetzt eine eigene Kategorie ‚Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten‘. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann dort ein offenes Problem einstellen, es beschreiben und einen Lösungsvorschlag machen. Dann wird sofort entschieden. Das klappt nicht immer, denn die Leute müssen es auch nutzen. Aber ich kann gut darauf verweisen: ‚Du hast das Instrument, schreib es da rein, dann klären wir das.‘ Es ist ein gutes Vehikel.“
Was hat sich für Führungskräfte und Mitarbeitende verändert?
„Bestimmte Dinge sind besprechbarer geworden. Weil die Leute frei sprechen können, haben wir eine relativ objektive Befragung. Das Ergebnis kann emotional berühren, ist aber zunächst neutral. Alle können es sich anschauen und sagen: Damit können wir arbeiten, das sind unsere Baustellen. Ich muss nicht mehr versuchen, aus Vermutungen herauszukitzeln, wo vielleicht Themen liegen. Dadurch können wir die nötigen Maßnahmen viel zügiger ableiten.“
Was kann Dropinion nicht?
„Dropinion kann keine konkreten Maßnahmen vorschlagen. Die sind sehr teamindividuell und hängen stark von der Persönlichkeitsstruktur im Team ab. Das erwarte ich aber auch gar nicht. Das ist für mich Führungsaufgabe. Dafür braucht es echte Führungskräfte, die ein Gefühl für ihre Mitarbeitenden haben.“
Wem würden Sie Dropinion empfehlen, und wem nicht?
„Ich würde es jedem empfehlen, mit einer Einschränkung: Dropinion hilft jedem, der bereit ist, das zuzulassen. Denn da kommt die Wahrheit, und das ist manchmal schwierig. Wer bereit ist, an Dingen zu arbeiten, sich auf seine Mannschaft einzulassen und wirklich etwas verbessern will, für den kenne ich kein besseres Tool. Wir waren der erste Kunde und haben Dropinion mit unserem Feedback mitentwickelt, weil ich überzeugt bin, dass man das braucht. Ein Unternehmen steht auf mehreren Säulen, und eine davon sind die Mitarbeitenden. Ohne diese Säule geht es nicht. Nicht zu wissen, wie es ihr geht, wäre so, als würde ich keine Prognose machen und nicht wissen, wie viel Geld ich verdiene.“
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